Der Umgang mit flüssigem Sauerstoff und flüssigem Stickstoff ist nicht ungefährlich. Man sollte sich demnach ausführlich mit den Risiken und den Handlungshinweisen im Umgang mit diesen Substanzen befassen. Grund für die Risiken im Umgang mit diesen Stoffen ist neben der tiefen Temperatur deren hohe Konzentration in flüssigem Zustand.
Ein Liter flüssiger Stickstoff siedet bei Raumtemperatur und nimmt in der Luft das 691fache seines ursprünglichen Volumens an. Es besteht Erstickungsgefahr, wenn man in kleinen unbelüfteten Räumen damit experimentiert!
Dazu ein Zitat aus einem Artikel der Homepage der TU Darmstadt: „Der Unfall ereignete sich in einem Stickstoffabfüllraum. In ein Fenster des Raumes war über Kopfhöhe ein Lüfter eingebaut, der zum Zeitpunkt des Unfalls lief. Der Student hatte bereits ein 30L- und ein 5L-Dewar-Gefäß befüllt. Während er ein zweites 5L-Dewar-Gefäß befüllte fiel er bewusstlos zu Boden. Da der Stickstoff weiter aus einem Abfüllhahn floss, lief das Dewar-Gefäß über. Der übergelaufene flüssige Stickstoff verdampfte auf dem Boden, senkte den Sauerstoffgehalt und kühlte die Luft soweit ab, dass der Student Erfrierungen erlitt und erstickte. Er wurde von einem Kommilitonen erst nach ca. 30-40min. gefunden. Der Kommilitone stellte den Stickstoffhahn ab und fiel auf dem Rückweg zur Tür ebenfalls in eine Bewusstlosigkeit. Ein weiterer Student, der sich im Gang befand zog den Bewusstlosen aus dem Stickstoffabfüllraum und leitete weitere Rettungsmaßnahmen ein.“
Bei flüssigem Sauerstoff geht die Gefahr eher von der Reaktionsfähigkeit des Sauerstoffes aus. In flüssiger Luft und in flüssigem Stickstoff lagert sich mit der Zeit immer mehr flüssiger Sauerstoff ab, weshalb man Dewar-Gefäße nicht offen stehen lassen sollte und flüssige Luft nach 3-4 Tagen aufgebraucht werden sollten.



