Schon vor 100 Jahren erfand der deutsche Ingenieur und Erfinder Prof. Dr. Carl Paul Gottfried von Linde ein Verfahren zum Kühlen und Verflüssigen von Luft. Nach ihm wird das Verfahren "Linde-Verfahren" genannt.
1895 gelang es Linde das erste mal größere Mengen flüssige Luft herzustellen. Bei der Herstellung der flüssigen Luft wird Luft angesaugt, und auf 200bar zusammengedrückt. Dabei erhitzt sich das Gasgemisch stark. Von Außen wird das heiße Gas gekühlt.
Das auf Normaltemperatur (25°C) gekühlte Gasgemisch wird nun wieder auf einen Druck von ca. 20bar entspannt. Dabei tritt ein Effekt ein, den man Joule-Thomson-Effekt nennt. Verdichtet man (reale) Gase, erhitzen sie sich, dehnt man sie aus, kühlen sie ab. Durch die Druckminderung kühlt das Luftgemisch (nach mehreren Kompressions- und Entspannungszyklen) soweit ab, dass der Siedepunkt von Stickstoff und Sauerstoff unterschritten wird und sich diese Gase verflüssigen.
Die entstandene flüssige Luft dient der weiteren Kühlung im System und wird dann abgefüllt. Über ein Destillationsverfahren, das man Gegenstromdestillation (Rektifikation) nennt, kann man die einzelnen Bestandteile der flüssigen Luft voneinander trennen und so reinen flüssigen Stickstoff und Sauerstoff herstellen.



