Cola und Mentos. Manch einer wird diesen Stichworten mit gemischten Gefühlen entgegen treten. Zum einen war der 2006 ausgebrochene „Hype“, um die Kombination der beiden Alltagsgegenstände zu einer richtigen Kunstform geworden und Internet und Fernsehen waren voller „extremer“ Experimente mit Cola/Mentos Raketen, Springbrunnen oder Fontänen.
Wie bei jedem Hype verkehrt sich die Begeisterung oft ins Gegenteil. Leider ist gerade das Medieninteresse auch nur ein sehr Oberflächliches. Wie geht es dem Leser dieser Zeilen? Wussten Sie, dass eine richtige Wissenschaft hinter dem Sprudeln in der Flasche steht? Nein nicht die Colaindustrie oder Kaubonbonfirmen, wir begeben uns weiter in den Westen Europas nach Frankreich.
Kein Land ist bekannter für Weine und Schaumweine. Ein französisches Forscherteam des Instituts für Weinkunde der Université de Reims um Gérard Liger-Belair und Guillaume Polidori (Professoren für Fluidmechanik) hat sich eingehend und aus fachlichem Interesse mit dem Verhalten von sprudelndem Champagner auseinandergesetzt.
Mit einem Argonlaser durchleuchtete das Team Champagner, den sie mit reflektierenden Partikeln oder fluoreszierenden Materialen versetzt hatten. In der Fotoanalyse zeigten sich die unterschiedlichen Strömungen in den Sektgläsern.
Erkenntnisse dieser Forschung sind z.B., dass sich die Gasblasen (und das gilt auch für die Cola) als Mikrobläschen an feinen Partikeln bilden, die sich bereits im Glas befinden.
Der Moussierpunkt in teuren Sektgläsern führt zu verstärkten Gasbildungen und linearen Strömungen in der Glasmitte. Dies kann zu vorzeitigem Verlust von Aromen führen. Breite Sektgläser zeigen an ihrem Rand wenige, bis keine Strömungen. Ein sehr spezielles Gebiet ist die Forschung der Physiker schon, dennoch werden ihre Ergebnisse die Champagnergläser von morgen und damit auch Genuss und ganze Industriezweige deutlich verändern.



