Die Feuerzangenbowle hat ihren Namen nicht vom gleichnamigen Film, sondern von dem metallenen Aufsatz, auf den der Zuckerhut gelegt wird. Dieser Aufsatz heißt Feuerzange und die dazu gehörige Bowle demnach Feuerzangenbowle.
Chemisch zählen die Vorgänge beim geselligen Beisammensein auf den ersten Blick nicht zu den fachlich anspruchsvollsten, dennoch bestimmt zu den faszinierendsten und bekanntesten chemischen Vorgängen, die einem im Privatleben fern ab von Schule oder Labor begegnen. Spätestens seit dem berühmten Film mit Heinz Rühmann zählt die Feuerzangenbowle zu festen Traditionen in der Vorweihnachtszeit. Unabhängig von der Schönheit des Schauspiels schmeckt die entstehende Bowle auch noch sehr gut. Also ausprobieren, aber Vorsicht: auch am kommenden Tag wirkt die Chemie! In diesem Falle die biochemischen Umsatzprozesse des Alkohols im Körper. Dass dieser in der Leber abgebaut wird ist wohl den meisten Lesern schon bekannt.
Die enzymatische Umsetzung vom Trinkalkohol (Ethanol) findet immer in zwei Schritten zur Essigsäure statt, die in den Körperzellen vollständig „verbrannt“ wird. Spürbar wird die Umsetzung aber in Schritt eins, bei dem durch das Enzym Alkoholdehydrogenase der Trinkalkohol in Ethanal (Acetaldehyd) umgesetzt wird. Aus diesem wird dann in Schritt zwei durch ein weiteres Enzym die Essigsäure.
Leider wird diese Reaktion durch Zucker gehemmt, der ja gerade in der Feuerzangenbowle in Mengen vorhanden ist. Das Ethanal reagiert mit Eiweißen (Zytokinen) des Körpers, was wir - ganz praktisch - als Kater wahrnehmen.



