Man baue die Versuchsapparatur nach dem gefilmten Aufbau auf. Dazu werden die Glasstäbe durch durchbohrte Stopfen gesteckt und mit Klemmen am Stativ befestigt und ein Becherglas eingespannt. In den beiden anderen Bechergläsern werden folgende Lösungen angesetzt:
2mL Adipinsäuredichlorid und 2g Hexamethylendiamin in 50mL Hexan (Becherglas 1)
50mL Wasser und einige Tropfen Phenolphthaleinlösung (Becherglas 2)
Nun gibt man den Inhalt aus Becherglas 2 in das eingespannte Becherglas. Sehr vorsichtig und langsam wird der Inhalt aus Becherglas 1 in das eingespannte Becherglas gegeben. Am besten verwendet man dazu einen Trichter. Die Lösungen dürfen sich dabei nicht mischen! An der Grenze der beiden Lösungen bildet sich eine dünne Haut, die man mit der Pinzette langsam herausziehen kann.
Auf diese Weise kann man mit der Pinzette einen ganzen Faden aus der Lösung ziehen, den man so über die Glasstäbe legt, dass er sich durch sein Eigengewicht selber aus der Lösung zieht.
Vorsicht vor älteren Anleitungen zur Nylonsynthese. Dort wird häufig der krebserregende Schwefelkohlenstoff als Lösungsmittel angegeben.
In einigen Anleitungen wird statt Adipinsäuredichlorid Adipinsäure verwendet. Dies ist auch möglich, aber mit dem Säurechlorid geht es besser, da Säurechloride gegenüber Nucleophilen deutlich reaktiver sind, als einfache Carbonsäuren. Man muss bei Verwendung der Adipinsäure darauf achten, dass man im neutralen oder leicht sauren Milieu arbeitet, denn wenn die Säure deprotoniert wird, entsteht ein völlig unreaktives Carboxylat.
Im Unterricht ist bei diesem Versuch ein Wettbewerb denkbar, bei dem von Gruppen der längste Faden aus der Lösung gezogen werden muss.