Hirschhornsalz ist ein Backtriebmittel in der Weihnachtsbäckerei. Hirschhornsalz kam zu seinem Namen, da man es angeblich aus geriebenen Hirschgeweihen herstellen konnte. Diese Tatsache hat sich als Irrglaube heraus gestellt, der Name ist dennoch geblieben. Hirschhornsalz ist ein beliebtes Backtriebmittel für schweres flaches Gebäck, weil es den Teig besonders gut treibt. Für hohe Teige, wie z.B. Kuchen ist es weniger geeignet, weil es dort den Geschmack beeinträchtigen kann.
Warum, ergibt sich aus der Chemie des Salzes. Hirschhornsalz besteht überwiegend aus Ammoniumhydrogencarbonat und Ammoniumcarbonat. Erhitzt man Hirschhornsalz zerfällt es in zwei Gase: Kohlenstoffdioxid und Ammoniak. Die Gase treiben das Gebäck. Ammoniak hat einen typischen und eindringlichen Geruch und im hohen Kuchen einen unbeliebten Geschmack. Der geruchsintensive Ammoniak wird meist mit öffentlichen Toiletten assoziiert, die oft nach Ammoniak riechen. Dieser Geruch kann richtig stechend wirken, weshalb man Hirschhornsalz auch als Riechsalz in der Medizin nutzte.
Die Zersetzung des Ammoniumcarbonats zu Ammoniak findet auch bei Raumtemperatur statt und bietet einen stechenden Dampf, der aus der Schwäche oder Ohnmacht helfen kann. Der Ammoniak sorgt - wohldosiert - in der Lunge für einen stärkeren Atemreflex, der bei Schwindel oder Ohnmacht den Kreislauf aktiviert. In der modernen Medizin findet Riechsalz zur ersten Hilfe aber nur noch wenig Verwendung. Nur Onkel Dagobert braucht das Riechsalz noch Heute, wenn mal wieder all sein Geld gestohlen wurde.



