In der Technik nutzt man das Thermitverfahren um Bahnschienen miteinander zu verschweißen. In eine Apparatur wird eine Mischung aus Aluminiumgrieß und Eisen(II,III)oxid gegeben und mit einem Zündstab gezündet. In einer sehr exothermen Reaktion bilden sich flüssiges Eisen und Aluminiumoxid.
Eisen hat eine größere Dichte als das Aluminiumoxid und sinkt so in der Schmelze nach unten und fließt aus einem Loch am Boden des feuerfesten Gefäßes in den Spalt zwischen zwei Eisenbahnschienen. Hintergrund des Verfahrens ist die Reduktion des Eisenerzes. Normalerweise findet die Eisengewinnung aus seinem Erz in riesigen Hochöfen mit hohen Temperaturen statt und reduziert wird es mit Hilfe von Kohlenstoff und dessen Oxiden.
Reduktion bedeutet chemisch die Zuführung von Elektronen zu einem Atom. Lässt man elektrischen Strom als Lieferant außen vor muss dazu ein anderes Atom diese Elektronen abgeben. Da die meisten Gebrauchsmetalle sehr reaktiv sind, kommen die meisten in der Umwelt nur in Form von Erzen (Verbindungen) vor. Sie haben dabei schon Elektronen abgegeben, die ihnen zugeführt werden müssen, um sie wieder zu gediegenen (elementaren) Metallen zu machen.
Im Falle des Thermitverfahrens dient das Aluminium als Elektronenlieferant und zugleich als Energielieferant. Chemische Reaktionen laufen nämlich nicht unbedingt spontan ab. Mischt man Aluminium und Eisenoxid passiert vorerst gar nichts. Die Reaktion startet erst bei entsprechenden Temperaturen. Da Aluminium bei der Reaktion mit Sauerstoff immense Energiemengen freigibt, muss lediglich diese Reaktion durch einen Zünder starten. Die frei werdende Energie bringt die restlichen Vorgänge in Gang und sorgt nebenbei auch für die Verflüssigung des entstehenden Eisens. Dass Thermitverfahren ist daher ein genialer Kniff zur Eisengewinnung, quasi aus der Hosentasche.



