Die Hölle der Gummibärchen ist ein inzwischen weithin bekannter Schauversuch, der die spektakuläre Oxidation von organischen Bestandteilen durch ein starkes Oxidationsmittel, wie Kaliumchlorat oder Kaliumnitrat zeigt. Schön anzusehen ist dieses leuchtende und schmauchende Schauspiel allemal.
Aus einem solch bekannten Versuch muss doch aber für den naturwissenschaftlich Interessierten noch mehr heraus zu holen sein, oder? Die Reaktion beruht, wie schon erwähnt lediglich auf der heftigen Zersetzung bzw. Umsetzung des organischen Materials der Gummibären. Was also mit Gummibären funktioniert klappt auch mit anderem organischen Material.
Es ist also Vorsicht geboten, um nicht das körpereigene, organische Material zu gefährden. Zur Weihnachtszeit bietet es sich aber an anstatt der üblichen Gummibären einen Schokoweihnachtsmann in die Hölle zu schicken. Zum Einen finden Schokoladenweihnachtsmänner zumeist eh ein schnelles Ende und sind in solcher Vielfalt vorhanden, dass man sich um den Fortbestand ihrer Art nicht sorgen muss. Zum Anderen zeigt die Höllenfahrt des Schokoladenmannes vortrefflich seine versteckte Seite, die viele erst auf der Waage und an den stets gleichen Vorsätzen zum neuen Jahr bemerken.
Der Schokoladenweihnachtsmann enthält eine große Menge an Kalorien, oder genauer ausgedrückt chemischer Energie, die sich im Experiment in der Reaktion mit dem Oxidationsmittel zeigt und an der Hüfte im wahren Leben. Diese Energie lässt sich übrigens vortrefflich in einem Anschlussversuch bestimmen.
Das Zünden eines Schokoladenhaufens mit einem Bunsenbrenner lässt ein Schokoladenfeuer entstehen, das genügend Energie liefert, um in einer kleinen Pfanne darüber ein Spiegelei zu braten. Ähnlich, nur ohne Spiegelei wird der Brennwert, also der umsetzbare Energiegehalt von Lebensmitteln ermittelt. So ist der Schokoladenweihnachtsmann also ein umfangreiches naturwissenschaftliches Forschungsobjekt. Und seine Metallfolie? Auch hier lässt sich sicher einiges entdecken. Dazu aber erst an anderer Stelle mehr.



