Häufig stehen Nachrichten über Unfälle im Chemieunterricht im Zusammenhang mit dem chemischen Element Brom. Brom ist eines der gefährlicheren Elemente in der Chemie, doch was macht es eigentlich so gefährlich? Man findet Brom in der Natur hauptsächlich in Form seiner Salze, den Bromiden.
Vor allem im Meerwasser finden sich diese Bromverbindungen, die keine besondere Aggressivität aufweisen. Die Erfahrung, dass beim Bad im Meer mehr Gefahr von Quallen, als vom Salzwasser ausgeht bestätigt das. Stellt man aber aus Bromverbindungen wieder elementares Brom her erhält der rotbraune Stoff seine aggressiven Eigenschaften zurück, die ihn gefährlich machen und die zur Vielzahl der vorhandenen Bromsalze und –verbindungen geführt haben.
Die Familie des Broms sind die Halogene, denen allen eine recht hohe Reaktivität gemein ist. Ihre Elektronenkonfiguration macht sie zu äußerst effektiven Rektionspartnern. Sie gehen Reaktionen mit einer Vielzahl von anderen Stoffen ein, um dadurch einen energetisch günstigeren Zustand zu erreichen. Die elementaren Formen der Halogene sind meist unwirtschaftlicher, als die Verbindung mit einem anderen Element.
Die physikalischen Eigenschaften des Broms geben einen zweiten Grund: bei Raumtemperatur kommt das elementare Brom in flüssiger Form vor und bei 59° Celsius liegt sein Siedepunkt, weshalb es bei Raumtemperatur beginnt zu verdampfen. Die Mischung von hoher Reaktivität und leichter Flüchtigkeit sind die Gefährlichkeit des Broms. Falscher Umgang oder Unfälle setzen also ein aggressives Gas frei, das direkten Zugang zu den Atemwegen findet.
Also bei folgenden Versuch aufgepasst und immer ein Glas Natriumthiosulfat zur Hand, um Brom wieder in seine ruhige Bromidform zu wandeln!



