„Vulkane sind geologische Strukturen, die entstehen, wenn geschmolzenes Gestein (Magma) an die Oberfläche von Planeten tritt.“ Dies ist das allgemeingebräuchlichste Verständnis von Vulkanen. Das Bild, das wir dabei im Kopf haben, von einem Berg mit Krater und explodierendem roten Inhalt, kann und wird noch auf andere Weise nachempfunden.
In der Grundschule findet man oft den Backpulvervulkan, bei dem eingefärbtes Natron oder Brausepulver den Berg zum Schäumen bringt. Um 1890 konnten interessierte Knaben in der wöchentlich erscheinenden Jugendzeitschrift „Der gute Kamerad“ neben spannenden Geschichten von Karl May von einfachen naturwissenschaftlichen Experimenten lesen. Eines dieser Experimente ist der „Vulkan im Wasserglas“, ein Versuch zum Thema Auftrieb und Dichte, bei dem Wein in einem Wasserglas in einem vulkanähnlichen Ausbruch aufsteigt.
Dichteunterschiede lassen sich auch durch unterschiedlich warme Flüssigkeiten darstellen – ein weiterer Ansatz für physikalische Vulkane ist also der alltägliche Latte macchiato.
In älterer Chemieliteratur und im Internet findet man unter dem Stichwort "Chemischer Vulkan" einen sehr beeindruckenden Versuch, der dem Aussehen eines Vulkanausbruches deutlich näher kommt, als die bislang genannten. Ammoniumdichromat wird dabei erhitzt und zersetzt sich unter Verwirbelung der Reaktionsmasse zu Chromoxid.
Ammoniumdichromat ist allerdings inzwischen als krebserregend ausgemacht und daher für einen modernen chemischen Vulkan ungeeignet. Ein neuer Vulkan muss also her! Der Kaliumpermangantvulkan ist dieser neue chemische Vulkan und macht dem Namen alle Ehre. Zu einem Haufen aufgeschüttet und mit Eisenpulver überdeckt sprüht er Funken und lässt Rauch aufsteigen.



