Das im Eiskocher Versuch beschriebene Phänomen ist zugegeben eher physikalischer Natur. Er beschreibt aber fantastisch die Eigenschaften des Stoffes Wasser und qualifiziert sich so auch für die Chemie. Die Eigenschaften der uns umgebenden Stoffe nehmen wir ab dem Jugendalter in fehlerhafter Weise nur zu gerne als unumstößlich hin.
Aus neurologischer und entwicklungsbiologischer Sicht macht das natürlich auch viel Sinn. Sich grundlegende Zusammenhänge der Welt stets neu zu definieren würde unseren Alltag erheblich erschweren. Nehmen wir das Halbwissen der Welt also als einen Segen hin! Für unser Wissen über das Wasser gilt nach unserem Denken, dass es bei 0°C „gefriert“, also fest wird und bei 100°C kocht, also gasförmig wird. Doch gilt das immer?
Machen wir ein Gedankenexperiment, dass wir bei folgendem Versuch im Hinterkopf behalten. Zwei Gentlemen eines englischen Clubs gehen eine Wette ein. Wer zuerst den Gipfel des höchsten Berges der Erde erreicht gewinnt. Der Sieger möge den Verlierer mit einem Frühstück empfangen. Dazu zähle ein englischer Tee und ein gekochtes Ei. Sehen wir von den Schwierigkeiten auf dem Weg zum Gipfel ab und gehen wir davon aus, dass alles Gerät zum Kochen vorhanden ist, stellt sich dennoch die Frage: Kann man auf dem Mount Everest überhaupt ein Ei kochen?
Die Frage hat nun wirklich wenig mit einem Eiskocher gemein, oder? Hier bringt ein Eiswürfel eine Flasche Wasser zum Kochen und um es vorweg zu nehmen: „Nein, ein Ei kann man auf diese Weise nicht kochen.“ Dieses wirklich Hirnschmalz lösende Phänomen macht aber klar, wovon das „Kochen“ auf der Erde abhängt. Also Augen auf und das Rätsel gelöst!



