Vampiren, Fledermäusen, Blutegeln und anderen Blutsaugern bietet das Getränk dieses Experiments eine Abwechslung im Speiseplan. Die Chemie gibt hier eine Anleitung für ein Dessert, das aus echtem Blut hergestellt wird.
Katalyse, hier speziell die enzymatische Katalyse, ist das Stichwort, dass dem schaumigen Dessert seinen Auftrieb gibt. Die enzymatische Katalyse klingt bedeutungsloser, als sie tatsächlich ist. Sie ist vielmehr Grund und Ursache, dass Leben funktionieren kann. Chemische Reaktionen laufen häufig nicht spontan ab. Wie Schüler, Lehrlinge oder Studenten benötigen sie eine Aktivierung, um in Gang zu kommen.
In der Chemie wird diese Aktivierung in Form von Energie meist von Wärme, also der umgebenden Temperatur geliefert. Zur Entwicklung des Lebens können hohe Temperaturen aber auch schaden. Gerade Proteine, Bausteine des Lebens, reagieren empfindlich auf hohe Temperaturen. Man denke nur an das Frühstücksei. Damit es uns nicht ähnlich ergeht hat die Natur ein chemisches Prinzip erweitert und ausgebaut: die Katalyse.
Die Katalyse ist die Unterstützung einer chemischen Reaktion durch einen Stoff, der dabei nicht verbraucht wird. Genauer betrachtet senkt der Katalysator durch Bildung von reversiblen Zwischenprodukten die Aktivierungsenergie („Startenergie“) einer chemischen Reaktion ab und beschleunigt sie dadurch teilweise erheblich. In der leblosen Natur sind das Metall Platin oder das Manganion Beispiele für Katalysatoren. Das Wasserstoffperoxid, wie in diesem Experiment verwendet, reagiert empfindlich auf zahlreiche Katalysatoren.
In der belebten Natur hat die Evolution eine Stoffgruppe entwickelt, die wir Enzyme nennen. Diese Enzyme arbeiten als Katalysatoren für Unmengen von Reaktionen in Pflanzen, Tieren und natürlich auch im Menschen. Die enzymatische Katalyse: ein Grundbaustein des Lebens!



