Man kann über Werbeindustrie und ihren Sinn und Zweck geteilter Meinung sein. Zum Einen sind Produktinformationen, gerade für den Verkaufenden, eine sinnvolle Sache. Auf der anderen Seite wird die Werbung häufig missbraucht, um Leute zu täuschen. Wer fachlich nicht genau Bescheid weiß, wird schnell von neuen Wahnsinnsprodukten oder Dienstleitungen getäuscht.
Gerade deshalb sind viele Menschen nicht gerade erfreut, wenn sie Produktwerbung in Radio oder Fernsehen wahrnehmen. Während Werbeunterbrechungen bei Spielfilmen wird deshalb häufig weggeschaltet. Viele Personen leihen sich lieber eine DVD aus der Online Videothek, damit sie von Werbeblöcken verschont bleiben. Dabei muss man Werbung nicht unbedingt vermeiden, um nicht von ihr in die Irre geführt zu werden, sondern einfach nur informiert sein.
Doch wer hat schon Lust mit Chemie, Biologie oder anderen Fachbüchern durch den Supermarkt zu laufen und wer erinnert sich an den gesamten naturwissenschaftlichen Unterricht der eigenen Schulzeit? Mit zwei Vorurteilen, also Lobpreisungen der Werbeindustrie, soll hier nun gebrochen werden. Machen Sie mit und testen sie, wo man auch sie reingelegt hätte.
Bekannt aus der Werbung sind Putzprodukte mit Sauerstoff oder Sauerstoffenergie, der so genannten "Oxi-Energie". Sauerstoffangereicherte Drinks sind ein weiteres Produkt mit der Kraft des Sauerstoffs. Beginnen wir mit den Getränken.
Bei genauerer Betrachtung stellt sich die Frage, wie molekularer Sauerstoff aus dem Wasser vom Körper aufgenommen wird. Was mit Gasen im Magen (und dort landet das Getränk ja schließlich) passiert, kennt jeder als Aufstoßen. Sauerstoff wird von uns über die Lunge aufgenommen. Anstatt aber an der Flasche zu riechen oder das Wasser in die Lunge zu kippen sollte man den 20.95 vol-% Sauerstoffanteil der Luft genießen.
Oxi-Reiniger und die Kraft des Sauerstoffs sind der Wahrheit näher, denn die Wirkung von Waschmitteln beruht tatsächlich unter Anderem auf der Reaktion von Sauerstoff mit Verunreinigungen. Man spricht auch von der Bleichwirkung des Sauerstoffs. Die Oxi-Energie kommt in das Waschmittel durch Stoffe, wie das Natriumperborat. Soweit also nichts gelogen oder beschönt.
Verschwiegen wird lediglich, dass die Oxi-Energie schon in Großmutters Waschmitteln enthalten war. In früheren Zeiten hing man die Wäsche zum Bleichen in die Sonne, wo sich in geringen Mengen Ozon und Wasserstoffperoxid bildeten, die bleichenden atomaren Sauerstoff freisetzten. Auch schon bei Omas Waschmitteln wurde die Bleichwirkung auch durch Perborate erreicht. Diese zerfallen in Wasser in Wasserstoffperoxid. In alkalischer („seifiger“) Umgebung gibt dieses atomaren Sauerstoff ab, der dann, wie schon erwähnt, bleicht indem er den Schmutz oxidiert. Den entweichenden Sauerstoff und seine Energie werden wir auch in dem Experiment „Knallendes Wachs“ kennen lernen, indem wir sie aus dem Waschmittel befreien. Die Oxi-Energie ist damit nachgewiesen und als alter Hut enttarnt.



