Ester (Abgel. vom Begriff Essigäther) sind faszinierende Substanzen und eine sehr interessante Stoffgruppe organischer Verbindungen. Ester werden aus der Reaktion von Säuren und Alkoholen gebildet. Ester begegnen uns häufiger im Alltag, als mancher denken mag.
Ein paar Beispiele? Viele Fruchtaromen, die wir riechen sind Ester: Methylbutanoat riecht nach Ananas, Ethylmethanoat riecht nach Himbeere , Pentylethanoat riecht nach Banane, Pentylpentanoat riecht nach Apfel, Pentylbutanoat riecht nach Aprikose, Octylethanoat riecht nach Orange, Butylpropanoat riecht nach Rum, Pentylbutanoat riecht nach Birne.
Die Stoffgruppe der Fette sind ein Spezialfall der Ester. Sie sind allesamt Ester des dreiwertigen Alkohols Glycerin aus der Reaktion mit verschiedenen Fettsäuren. Das Backfett "Palmin" kam zu seinem Namen, weil es veresterte Palmitin-Fettsäuren enthält. Wachse gehören ebenso zu den Estern, wie Lösungsmittel. Der typische Geruch einer "UHU" Klebetube rührt vom Essigsäureethylester her, der als Lösungsmittel in diesem Klebstoff verwendet wird.
Die auch Ethylacetat genannte Verbindung von Essigsäure und Ethylalkohol verhilft, das Benennungsschema konsequent angewendet, anderen Estern auch zu ihrem Namen. 1,4-Benzendisäure (Terephthalsäure) und 1,2-Ethandiol (Glycol) reagieren zu Polyethylenterephthalat. Dieser Ester oder genauer (mehrfach verketteter) Polyester ist gemeinhin als PET bekannt.
Neben Estern organischer Säuren findet man auch Ester aus der Reaktion von Alkoholen mit anorganischen Säuren. So ist das Grundgerüst unserer DNA z.B. ein (Poly-)Ester aus einem Zucker (Desoxyribose) und Phosphorsäure.
Ein weiteres, leuchtendes Beispiel dieser Gruppe wird im Experiment des Methanolnachweises synthetisiert.



