Kupfer und Schwefel gehören zu den bekannteren Elementen auf unserer Erde. Kupfer gehört zu den Gebrauchsmetallen, aber Schwefel bringen wir nur mit beißenden Dämpfen, Vulkanen, Alchemie oder Schiesspulver in Verbindung.
Es ist an der Zeit dem Schwefel seinen Soloauftritt zu bieten: Sehen wir von seinen „normalen“ Elementeigenschaften ab, also seiner bei Raumtemperatur festen Form, seiner Neigung zur Reaktion mit Sauerstoff (Verbrennung mit blauer Flamme) und anderen Metallen (wie hier dem Kupfer) und seinen unterschiedlichen Modifikationen, so bleibt der Schwefel immer noch als Element des Lebens. Neben dem Kohlenstoff ist er wichtigste Basis organischer Strukturen, die sich in allen Lebewesen finden. Proteine sind Grundbausteine biologischer Strukturen. Diese sind wiederum aus Ketten von Aminosäuren aufgebaut und hier kommt der Schwefel ins Spiel.
Er ist den Aminosäuren Cystein und Methionin enthalten. Die vom eingebundenen Schwefel verursachten Disulfidbrückenbindungen stabilisieren viele Proteine. Sie führen auch zum Vorurteil Nummer 1, dem der Schwefel ausgesetzt ist. Gemeinhin verbindet man mit ihm den Gestank nach faulen Eiern.
Wie auch in diesem Experiment erkennbar wird, riecht Schwefel gar nicht nach faulen Eiern. Faule Eier riechen nach Schwefelwasserstoff, einer Verbindung, die sich in den Proteinen des Eies bildet. Dort sind es ja, wie eben erwähnt die Aminosäuren, die den Schwefel für den Stinkbombenstoff enthalten. Schwefelbakterien können mit Hilfe des Schwefelwasserstoffs und Schwefels Photosynthese betreiben und damit Sauerstoff produzieren. Diese Funktion mag gerade in den frühen Jahren der Erdgeschichte sehr wichtig gewesen sein.



